03.08.2026
Über 600 SHK-Azubis aus Niedersachsen haben geantwortet: Wie finden junge Menschen den Weg ins Handwerk – und warum bleiben sie? Die Ergebnisse zeigen klar, was wirklich zählt – und wo Betriebe jetzt ansetzen sollten.
Warum entscheiden sich junge Menschen für den SHK-Beruf?
Der Fachverband SHK Niedersachsen hat eine Umfrage unter allen niedersächsischen SHK-Azubis im Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker/in SHK durchgeführt. Über 600 Auszubildende haben teilgenommen – eine starke Grundlage, um besser zu verstehen, wie Nachwuchs für unser Gewerk gewonnen wird.
Persönlich schlägt digital
Die Ergebnisse sind eindeutig:
Der wichtigste Weg in den Beruf ist persönlich.
- 51,3 % kommen über Familie und Freunde
- 39,5 % über Praktika
Digitale Kanäle spielen nur eine Nebenrolle.
Die klare Erkenntnis:
Nicht die Kampagne bringt den Azubi – sondern der persönliche Kontakt.
Wer die „Botschafter-Rolle“ seiner Mitarbeiter und die Qualität seiner Praktika vernachlässigt, verliert den Anschluss an den wichtigsten Rekrutierungskanal.
Praktikum ist der Türöffner
Das Praktikum ist einer der entscheidenden Faktoren für die Berufswahl.
Hier erleben junge Menschen den Beruf wirklich. Hier fällt die Entscheidung.
Für Betriebe heißt das:
Praktika sind kein „Nebenbei-Thema“, sondern ein zentrales Recruiting-Instrument. Etablieren Sie eine „Standardisierte Praktikumswoche“, in der der Praktikant ein greifbares Werkstück selbst erstellt, statt nur zuzusehen und aufzuräumen.
Die Motivation: Lust auf Handwerk
Warum entscheiden sich junge Menschen für SHK?
- 67,4 %: Spaß an praktischer Arbeit
- 57,7 %: Interesse an Technik
- 24,4 %: Abwechslung
Klimaschutz und Energiewende spielen dagegen mit nur 1,0 % als direkter Entscheidungsgrund für die Azubis faktisch keine Rolle.
Die Botschaft:
Die Motivation ist intrinsisch und handwerksorientiert. Betriebe sollten in ihrem Marketing daher den Stolz auf das Gebaute, die technische Komplexität und die Vielseitigkeit betonen, anstatt sich auf abstrakte Klimaziele zu verlassen.
Zufriedenheit und Feedback aus der Praxis
81 % der Azubis würden den Beruf weiterempfehlen.
Positiv:
- Zukunftssicherheit: „Keine KI kann uns ersetzen.“
- Selbstwirksamkeit: Stolz darauf, am Abend zu sehen, was man mit den Händen geschaffen hat.
- Vielseitigkeit: Die Breite des Gewerks wird als Bereicherung empfunden
Aber: Die Rückmeldungen zeigen auch klare Schwachstellen:
- rauer Umgangston
- zu wenig echte Ausbildung
- Azubis als Hilfskräfte statt Lernende
Das entscheidet am Ende darüber, ob der Beruf empfohlen wird – oder nicht.
Was heißt das für Ihren Betrieb?
Das Wichtigste auf den Punkt gebracht:
- Praktika aktiv gestalten – nicht nur zuschauen lassen
- Mitarbeiter einbinden – Empfehlungen sind der Schlüssel
- Ausbildung ernst nehmen – Qualität spricht sich herum
- Umgang im Team prüfen – Der Ton macht die Musik
Fazit
Die Umfrage zeigt: Die jungen Menschen sind zum großen Teil stolz auf unser Handwerk und wissen, dass sie gebraucht werden. Geben Sie dieser Motivation in Ihren Betrieben den nötigen Raum. Die künftigen Ausbildungszahlen werden nicht durch Online-Werbung gesichert, sondern durch die Qualität der Ausbildung in Ihrem Betrieb.